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Sein bester Roman war
sein eigenes Leben
Noch heute erinnert
eingangs der nach ihm benannten Straße eine Bronzetafel an den
Juristen, Schriftsteller und Vorkämpfer für
Recht und Freiheit. Die Rede ist von Jodocus Donatus Hubertus Temme.
Geboren wurde er am
22. Oktober 1798 in Lette als Sohn des Stiftamtmanns von Clarholz und späteren
Richter von Wiedenbrück. Sein Pate war Jodocus Oldeneel, zu der Zeit
Propst des Clarholzer Klosters. Er studierte Jura und wurde 1819 Assessor am Fürstlich-Bentheimischen Land-
und Stadtgericht in Limburg. In dieser Zeit verfasste er bereits
Kriminalromane unter dem Namen
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Heinrich Stahl.
Währenddessen ging es mit seiner juristischen Laufbahn rasch
aufwärts. 1833 wurde er Kreisjustizrat in Ragnit in Litauen. 1836 wurde er nach
Stendal versetzt, 1838 nach Greifswald und 1842 wurde er schließlich
Zweiter Direktor des Berliner Kriminalgerichts. Dort fiel er König
Friedrich Wilhelm IV. wegen seiner liberalen Gesinnung auf, der ihn
daher nach Tilsit in Ostpreußen beförderte. |
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1848 kam Jodocus
Temme als Staatsanwalt zurück nach Berlin und nahm ein Mandat der
linken Fraktion in der preußischen Nationalversammlung wahr. Der
königlichen Verfassung wurde er zunehmend unbequem. Man versuchte ihn
zum Oberlandesgericht in Münster wegzuloben. Temme aber wurde am 8.
Januar 1949 als Mitglied der gemäßigten Linken in die erste
demokratische Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche
gewählt. So wurde er wegen seiner demokratischen Anschauung und somit
Hochverrats angeklagt, kam aber nach
neunmonatiger Haft wieder frei. Ende 1850 wurde er jedoch aus dem
Staatsdienst entlassen, wodurch er die Pensionsansprüche verlor. Er
verdiente sein Geld nun als leitender Redakteur bei der „Neuen
Oderzeitung“ in Breslau, wurde dort aber ständig von der Polizei
überwacht, weshalb er 1852 dem Ruf aus Zürich folgte, dort eine
unbesoldete Professorenstelle im Kriminalrecht zu bekleiden. Nach
Berlin kehrte er nur 1863/64 noch einmal urück, da er
in den preußischen Landtag gewählt worden war.
In Zürich schrieb
er zahlreiche Kriminalerzählungen, die meist in der
Zeitschrift „Die Gartenlaube“ veröffentlicht wurden. Aus den
Erfahrungen seiner Arbeit konnte er literarisches Kapital schlagen und
wurde so ein bedeutender Autor der Kriminalnovelle seiner Zeit. Im
Mittelpunkt seiner Schilderungen stand nicht das Verbrechen selbst,
sondern die Aufklärung der Fälle. Häufig nahm er gesellschaftliche Zustände und die Selbstgefälligkeit des damaligen
preußischen Justizwesens satirisch aufs Korn.
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Literatur:
Temme-Lesebuch
von W. Gödden
und S. Kessemeier
Nylands Kleine
Westfäl. Bibliothek
ISBN 3-936235-09-0
Empfohlen sei zudem
ein Besuch des Muse-ums für Westfälische Literatur, Stromberg.
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Haus Nottbeck |
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