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Letter Historie - Ein Auszug aus der Dorfchronik

 

Dem Namen Lette (Letti - Letthe - Lette) werden die Bedeutungen Lehmboden, Hindernis und Grenze zugeschrieben. Letztere trifft für unser Dorf Lette besonders zu.

 

Lette ist aus einer auf der Grenze zwischen dem Sinithi- und dem Dreingau gelegenen alten sächsischen Eschflursiedlung entstanden. Als Letti geschrieben taucht der Name zum ersten Mal in der zwischen 1069 - 1088 aufgezeichneten älteren Herzebrocker Heberolle auf. In diesem Güteverzeichnis des um 860 gegründeten Kanonissenstiftes werden die beiden benach-barten auf dem Heidplatz ansässigen Litonen (Bauern) Engizo und Meinzo genannt, die hohe Kornabgaben an das Stift zu leisten haben. Insgesamt sind es 28 modii (Scheffel) Gerste, 60 modii Hafer und drei modii Weizen.

 

In den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt wurde Lette im Jahre 1133, als der Edelherr Rudolf von Steinfurt seinen ererbten Besitz in Vollenhove (Holland) samt etlichen Gütern im Ostmünsterland mit den beiden Kapellen in Clarholz und Lette stiftete, um hier an der südöstlichen Grenze des Bistums Münster ein Kloster zu gründen. Lette bot sich an, da hier bereits eine Kapelle vorhanden war, an die man das Kloster anbauen konnte. Die Schenkung wurde in prächtigen Urkunden von Bischof Andreas von Utrecht, Kaiser Lothar III., Bischof Werner von Münster und Papst Eugen III. bestätigt.

 

Von Cappenberg aus besiedelt, entstand das Prämonstratenser-doppelkloster mit männlichem Konvent in Clarholz (damals Bistum Osnabrück, heute Paderborn) und weiblichem Konvent in Lette (Bistum Münster). Die Leitung und wirtschaftliche Verwaltung lag in den Händen des Propstes von Clarholz. Eine große Bedeutung erreichte der Letter Konvent nie, denn schon 1311 wurde in einem Vertrag zwischen dem Propst und dem Bischof von Münster die Anzahl der Chorfrauen auf maximal sechs begrenzt. Um 1570 bestand das Kloster nicht mehr.

 

1069 - 1088 In älterer Herzebrocker Heberolle taucht Letti erstmals auf.
1133 Rudolf von Steinfurt stiftet Landbesitz und die beiden
  Kapellen in Clarholz und Lette, um ein Kloster zu gründen.
um 1170 Die noch heute erhaltenen, kostbaren Sakralgegenstände,
  Reliquiar und Tragaltar, werden in Helmarshausen hergestellt.
um 1200 Die teilweise noch heute erhaltene Klosterkirche wird erbaut.

1229

Nothild von Vellern ist die erste, Goiteske Vinke (1444) und

 

Rese (1473) sind die beiden letzten bekannten Nonnen.

1251 Klosterkirche wird erstmals auch als Pfarrkirche bezeichnet
1311 Anzahl der Nonnen in Lette wird auf maximal 6 beschränkt.

1400

Graf Nikolaus von Tecklenburg muss nach einer Fehde mit

 

dem Bischof von Münster anerkennen, dass das Kloster Lette

 

zum Gogericht Oelde und die oberste Herrlichkeit in diesem

 

Kirchspiel dem Stift Münster gehört.

1456

Dem Propst von Clarholz wird vorgeworfen, dass er die

 

Klostergebäude in Lette verfallen lasse.

1565

Im Bielefelder Vergleich wird endgültig festgelegt, dass Lette

 

zur Grafschaft Rheda gehört, kirchlich bleibt es bei Münster.

um 1570 Kloster in Lette bestand nicht mehr.

1650, 52, 60

Der "Große Kurfürst" Friedrich Wilhelm von Brandenburg

 

zieht durch Lette.

1758

Siebenjähriger Krieg - Hannoveraner wüten in der Kirche

 

und stehlen das Ziborium.

1786

Volkszählung: Lette hat 721 Einwohner.

1803

Reichsdeputationshauptschluss - Das Kloster Clarholz wird

 

aufgelöst. Der Klosterbesitz in Clarholz und Lette fällt an das

 

Grafenhaus Rheda.

1808 - 1813

In der Zeit der französischen Herrschaft gehört Letter zur

 

Mairie Clarholz im Kanton Rheda des Arrondissements Hamm

 

im Großherzogtum Berg.

1815

Die Grafschaft Rheda wird preußisch. Es wird die Bürger-

 

meisterei Clarholz-Lette gebildet.

1843

Clarholz und Lette bilden das Amt Clarholz.

1851

Herzebrock, Clarholz und Lette bilden den neuen Amtsbezirk

 

Herzebrock im Kreis Wiedenbrück, Regierungsbezirk Minden.

1970

Das Amt Herzebrock ist aufgelöst. Lette wird der Stadt Oelde

 

im Kreis Beckum, heute Kreis Warendorf, Regierungsbezirk

 

Münster, zugeordnet. Damit stimmen die politische und die

 

kirchliche Zugehörigkeit überein.

 

 

 

 

 

 

                 
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