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Ein Jugendlicher als Pfarrpatron: der heilige Vitus

 

Fast jede Kirche trägt den Namen eines Heiligen. Der Heilige ist der Patron, der Schutzheilige, der Gemeinde. Der jugendliche Vitus, dessen Namen die Letter Kirche trägt, gehört zu den beliebtesten Heiligen Europas. Er war gerade mal 13 Jahre alt, als er in der Christenverfolgung starb.

 

Vitus wurde um 300 in Mazara del Valla auf Sizilien geboren. Der Legende nach gaben seine Eltern ihn zur Erziehung an Crescentia und Modestus, die ihn im christlichen Glauben unterrichteten. Als sein Vater davon erfuhr, wollte er seinen Sohn vom Glauben abbringen und später sogar umbringen. Zunächst sperrte er ihn mit tanzenden Mädchen ein, die ihn verführen sollten. Aber Vitus blieb standhaft. Er floh mit seinen Erziehern nach Lucanien, wo er allerlei Wunder gewirkt haben soll. Als der römische Kaiser Dioklethian von dem Jungen hörte, holte er ihn nach Rom, weil Vitus seinen Sohn heilen sollte. Obwohl ihm dies gelang, sollte er seinen Glauben aufgeben und den heidnischen Göttern opfern. Als Vitus sich wieder weigerte, wurde er vor die Löwen geworfen, damit diese ihn zerfetzten. Die Löwen aber legten sich vor ihm nieder und taten ihm nichts. Schließlich wurde Vitus in einen Kessel mit siedendem Öl geworfen. Er ist ein Märtyrer, da er in der Christenverfolgung hingerichtet wurde, weil er seinen Glauben nicht ablegen wollte.

 

Seit Jahrhunderten wird Vitus als einer der 14 Nothelfer unter anderem als Patron der Apotheker, Bierbrauer, Schauspieler, Jugendlichen und Winzer verehrt. Seine Anbetung soll gegen Krämpfe, Tollwut, Veitstanz, Bettnässen und Schlangenbisse helfen.

 

Viele Orte haben Vitus (Veit) als Patron auserkoren, teils gehen auch deren Namen auf ihn zurück. In unserer Nähe seien zum Beispiel St. Vit oder Wiedenbrück (Vitsbrück) genannt. Die berühmteste Veitskirche ist wohl der Prager Dom. 836 wurden seine Reliquien von St. Denis bei Paris nach Corvey übertragen.

 

Ein kostbares antikes Reliquiar von hohem kulturellem Wert und die Vitus-Statue aus dem Jahre 1942, die ihn in knabenhafter Gestalt darstellt, erinnern in der Letter Vitus-Kirche an den Patron. Sein Festtag ist der 15. Juni, das in Lette mit einem Patronatsfest gefeiert wird, dem sich seit 1833 die heutige Vitus-Kirmes anschließt. Während des Festhochamtes wird das beliebte Vituslied „Nicht um Perlen, nicht um Gold“ gesungen.

 

 

Vitus-Lied

 

Nicht um Perlen, nicht um Gold,

nicht um Reichtum aller Welt

geb ich meinen Christensinn,

meines Jesu Glauben hin.

 

Also sprach St. Vitus fest,

war ein Knabe schwach und klein,

als der Heidenkaiser droht

ihm mit Flammen-Martertod.

 

"Jesus lästern kann ich nicht,

aber sterben wohl für ihn!

Nehmt mein Leben, nehmt mein Blut,

stürzt mich in die Flammenglut."

 

Und der Kaiser hört's ergrimmt,

schwingt das Zepter zum Befehl:

"Henkersknechte, seid bemüht,

dass das Öl im Kessel glüht!"

 

Vitus aber klaget nicht,

in die heiße Glut getaucht.

Zu dem Himmel blickt er auf,

endet froh der Qualen Lauf.

 

Engel winken ihm herab,

aus des Himmels heitern Höhn.

Zeigen ihm den Siegeskranz

und des Heilands Strahlenglanz.

 

Und so sei des Knaben Tod

uns ein hoch erbaulich Bild,

dass wir ohne Furcht und Scheu

unserm Heiland bleiben treu.

 

Die Statue in der Pfarrkirche St. Vitus zu Lette zeigt den heiligen Vitus in jugendlicher Gestalt. Der Palmzweig steht als Zeichen des Sieges. Der Öltopf weist darauf hin, dass Vitus als Märtyrer starb, indem man ihn in einen Kessel siedenden Öls warf.

 

 

 

Gebet

 

Heiliger Vitus,

 

Patron unserer Gemeinde,

 

durch

die Jahrhunderte

hast du vielen,

die dir ihre Sorgen anvertrauten,

geholfen.

 

Schütze

unsere Heimat,

unsere Familien

und die Jugend.

 

Zeige

unseren Kindern

den rechten Weg

in die Zukunft.

 

Gib uns die Kraft, ihnen durch

überzeugendes Vorbild den Glauben weiterzugeben,

für sie Zeit

zu haben und

sie zu verstehen.

 

Amen.

 

 

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